MarinaCheck
RATGEBER · FRANKREICH 2026

Frankreich 2026: Eine der größten Preisspannen im Mittelmeer – von 7 € bis 154 €

55 französische Häfen im Vergleich, von der Côte d'Azur bis Korsika. Amtlich belegt reicht die Spanne von 7 € in einem kleinen korsischen Fischerhafen bis 154 € in Saint-Tropez – mehr als das Zweiundzwanzigfache, eine der größten Preisspannen aller bisher verglichenen Reviere.

Kein anderes Land im MarinaCheck-Datensatz ist so lückenlos amtlich dokumentiert wie Frankreich: Für 48 der 55 erfassten Häfen liegt eine offizielle, öffentlich einsehbare Tarifliste vor – meist direkt von der Gemeinde, der Régie des Ports, einer Konzessionärsgesellschaft oder der Handelskammer veröffentlicht. Das macht Frankreich zum bisher am besten belegten Revier in diesem Ratgeber: Fast jede Zahl unten lässt sich mit einem offiziellen Tarifdokument nachprüfen.

Und trotzdem – oder gerade deswegen – zeigt kaum ein anderes Revier eine größere Spanne. Am einen Ende steht Port de Centuri, ein kleiner Fischerhafen am Cap Corse mit einem von der Gemeinde festgelegten Tarif von 7 € pro Nacht. Am anderen Ende liegt Saint-Tropez, wo der offizielle Escale-Tarif der Hafenregie in der Hochsaison auf bis zu 154 € pro Nacht steigt.

Der Geheimtipp
Port de Centuri, Korsika
7–15 € / Nacht
Aktueller Tarif (amtlicher Gemeindetarif, Mairie de Centuri), 12-m-Boot, Nebensaison bis Hochsaison – kleiner Fischerhafen am Cap Corse.
Teurer
Port de Saint-Tropez
37–154 € / Nacht
Aktueller Tarif, 12-m-Boot (52,5 m²), Nebensaison bis Hochsaison – in der Hochsaison mehr als das Zweiundzwanzigfache von Centuri.

Preiswerter vs. teurer – Region für Region

Damit der Vergleich nicht bei einem Extrembeispiel stehen bleibt, hier die Spanne für sechs Küstenregionen, von der italienischen Grenze bis zu den Pyrenäen und Korsika.

RegionPreiswerter*Teurer*
Côte d'Azur (Alpes-Maritimes) Port de Villefranche-sur-Mer 16–33 € Vieux Port de Cannes 47–55 €
Var Port du Lavandou 20–69 € Port de Saint-Tropez 37–154 €
Provence (Bouches-du-Rhône) Port-Saint-Louis-du-Rhône 21–29 € Port de Cassis 56–94 €
Camargue & Languedoc Marina La Grande Motte 20–46 € Port Gardian
(Saintes-Maries)
25–59 €
Roussillon & Aude Port de Gruissan 26–49 € Port de Port-Vendres 34–66 €
Korsika Port de Centuri 7–15 € Port de Bonifacio 34–110 €

* Aktuelle amtliche Tarife (Aktueller Tarif) der jeweiligen Gemeinde, Régie oder Konzessionärsgesellschaft für ein Boot von ca. 12–13 m Länge (bei den nach Quadratmetern berechneten Tarifen: Referenzfläche 52,5 m², entsprechend 12,50 × 4,20 m), Stand 09/2026 – Preisspannen decken Neben- bis Hochsaison ab, Einzelwerte gelten ganzjährig einheitlich; bewusst nur Beispiele, die sich mit einer offiziellen Tarifliste belegen lassen. Details je Hafen, auch zu Häfen ohne amtlichen Beleg, in der MarinaCheck-App.

Drei Beispiele aus Frankreich

  • Port de Centuri (Korsika) – 7–15 €/Nacht
  • Port de Villefranche-sur-Mer – 16–33 €/Nacht
  • Port-Saint-Louis-du-Rhône – 21–29 €/Nacht

Und für dein eigenes Boot? Trag Länge und Breite ein – die App zeigt dir sofort den passenden Richtpreis für alle 401 Marinas im Mittelmeer, kostenlos und ohne Konto.

▶ Jetzt bei Google Play

Warum viele französische Tarife nach Quadratmetern berechnet werden

Anders als in Kroatien oder Griechenland, wo meist feste Längenkategorien gelten, rechnen viele französische Häfen – vor allem an der Côte d'Azur, im Var und auf Korsika – mit einem offiziellen Tarif pro Quadratmeter und Nacht, multipliziert mit der tatsächlichen Fläche des Boots (Länge × Breite, aufgerundet). Ein breiteres Boot zahlt an diesen Häfen also mehr als ein schmaleres gleicher Länge – ein Unterschied, den es in den meisten anderen Revieren so nicht gibt. Für die Beispiele in diesem Ratgeber haben wir durchgängig ein Referenzboot von 12,50 × 4,20 m (52,5 m²) angesetzt, damit die Zahlen vergleichbar bleiben.

Warum die Preise so unterschiedlich sind

Der wichtigste Faktor ist die Lage: Ein Liegeplatz an der glamourösen Côte d'Azur oder in Saint-Tropez kostet einen spürbaren Aufschlag gegenüber einem gleich großen Hafen in der Camargue oder auf Korsika – unabhängig von Ausstattung oder Service. Der zweite Faktor ist die oben beschriebene Quadratmeter-Abrechnung, die die Preise je nach Bootsform zusätzlich spreizt. Und drittens schwankt kaum ein Revier so stark zwischen den Saisons: An den Riviera-Häfen ist der Hochsaison-Tarif häufig drei- bis viermal so hoch wie der Tarif der Nebensaison – in Port de Cavalaire etwa steigt er von 22,90 € auf 91,70 €, in Port de Bormes-les-Mimosas von 26,80 € auf 99,40 €.

Auf Korsika liegt der Fall oft anders: Viele kleine Gemeindehäfen wie Centuri oder Cargèse werden direkt von der Kommune verwaltet, ohne Marina-Infrastruktur mit Steg, Rezeption oder Kran – dafür sind sie auch bei bekannten Zielen wie Bonifacio oder Calvi spürbar günstiger als vergleichbare Häfen auf dem Festland.

Nicht vergessen: die Taxe de séjour

Wie in den meisten französischen Urlaubsorten kommt zur Liegegebühr eine kommunale Kurtaxe (Taxe de séjour) hinzu, die in kaum einer Liegeplatz-Preisliste enthalten ist – sie wird pro Person und Nacht erhoben und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich festgelegt. In unseren Quellen liegt sie meist im Bereich weniger Cent bis knapp unter einem Euro, etwa 0,29 € in La Grande Motte oder 0,85 € in Bonifacio. Die genaue Höhe für deinen Zielhafen erfährst du am besten direkt bei der Capitainerie oder der Gemeinde vor Ort.

Zum Vergleich mit den beiden anderen Revieren, die wir bereits aufgeschlüsselt haben: Der mittlere Liegeplatzpreis liegt in Frankreich bei rund 51 € pro Nacht – teurer als in Griechenland (35 €) und Spanien (48 €), aber günstiger als in Italien (68 €) und Kroatien (101 €). Wie sich das im Detail auf die beiden Nachbarreviere verteilt, haben wir in eigenen Ratgebern zu den günstigsten Marinas in Griechenland und den günstigsten Marinas in Kroatien aufgeschlüsselt.

🔍 Ehrlich gesagt

Die Beispielpreise oben stammen aus amtlichen Tariflisten der jeweiligen Gemeinde, Régie oder des Hafenbetreibers, für ein Boot von ca. 12–13 m Länge – dein eigenes Boot kann günstiger oder teurer liegen, je nach Länge. Genau das rechnet die MarinaCheck-App für jede der über 400 hinterlegten Marinas individuell für dich aus, kostenlos und ohne Konto. Bei den nach Quadratmetern abgerechneten französischen Häfen kann der tatsächliche Preis vor Ort zusätzlich von der Breite deines Boots abhängen – die App selbst rechnet aktuell nur mit der Länge.

Für die restlichen 7 der 55 erfassten Häfen (vor allem kleinere korsische Häfen) liegt uns keine amtliche Tarifliste vor; dort zeigt die App einen recherchierten Richtwert statt eines amtlich belegten Preises.

Und noch ein Tipp aus der Praxis: Der Tagespreis vor Ort weicht manchmal vom angezeigten Richtpreis ab – einige Häfen geben bei längerem Aufenthalt, außerhalb der Stoßzeiten oder einfach auf Nachfrage Rabatt. Ein kurzer Anruf oder eine Mail direkt bei der Capitainerie lohnt sich deshalb fast immer, bevor du dich festlegst.

Die Richtpreise und Ausstattungen auf dieser Seite basieren auf öffentlich verfügbaren Daten und können sich jederzeit ändern. Wir empfehlen daher in jedem Fall eine Rückfrage bei der jeweiligen Capitainerie, da sich Preise und angebotene Leistungen kurzfristig durch äußere Faktoren ändern können. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben können wir daher keine Gewähr übernehmen.

Häufige Fragen

Die Fragen, die zu diesem Ratgeber am häufigsten gestellt werden.

Wie teuer sind Marinas in Frankreich?

Frankreich hat mit 7 € bis 154 € pro Nacht eine der größten Preisspannen aller bisher verglichenen Mittelmeer-Reviere – mehr als das Zweiundzwanzigfache zwischen billigstem und teuerstem Liegeplatz. Der mittlere Preis liegt bei rund 51 € pro Nacht.

Welcher Hafen in Frankreich ist am günstigsten?

Port de Centuri, ein kleiner Fischerhafen am Cap Corse auf Korsika, verlangt einen amtlichen Gemeindetarif von 7–15 € pro Nacht für ein 12-m-Boot.

Warum wird in französischen Häfen nach Quadratmetern abgerechnet?

Viele Häfen an der Côte d'Azur, im Var und auf Korsika berechnen einen Tarif pro Quadratmeter und Nacht, multipliziert mit der tatsächlichen Fläche des Boots (Länge × Breite). Ein breiteres Boot zahlt dadurch mehr als ein schmaleres gleicher Länge.

Was ist die Taxe de séjour und ist sie im Liegeplatzpreis enthalten?

Die Taxe de séjour ist eine kommunale Kurtaxe, die zusätzlich zur Liegegebühr anfällt und in kaum einer Preisliste enthalten ist. Sie wird pro Person und Nacht erhoben und liegt meist im Bereich weniger Cent bis knapp unter einem Euro, etwa 0,29 € in La Grande Motte oder 0,85 € in Bonifacio.

Finde die günstigste Marina für dein Boot

Trag einmal Länge und Breite deines Boots ein und vergleiche die Liegeplatzpreise in Frankreich – und in allen anderen Mittelmeer-Ländern – direkt in der App.

▶ Jetzt bei Google Play Zur Webseite