Griechenland 2026: Warum Liegeplätze hier halb so viel kosten wie in Kroatien
73 griechische Häfen im Vergleich. Der mittlere Liegeplatzpreis liegt bei rund 35 € pro Nacht – in Kroatien sind es 101 €. Dafür ist die Spanne innerhalb Griechenlands die größte aller Mittelmeer-Reviere: amtlich belegt von 7 € an der Kaimauer bis 144 € in der Marina.
Wer die Preisdebatte der letzten Jahre verfolgt hat, kennt vor allem eine Zahl: Kroatien wird teurer. Genau darum lohnt der Blick eine Seemeile weiter südöstlich. In den Vergleichsdaten der MarinaCheck-App liegt der mittlere Preis für eine Nacht in Griechenland bei etwa 35 € – gegenüber rund 101 € in Kroatien, 68 € in Italien und 51 € in Frankreich. Griechenland ist damit das günstigste der großen Mittelmeer-Reviere im Datensatz.
Diese eine Zahl verdeckt allerdings mehr, als sie zeigt. Denn in kaum einem anderen Land liegen billigster und teuerster Liegeplatz so weit auseinander. Der Grund ist keine Preiswillkür, sondern ein struktureller Unterschied: Griechenland hat zwei parallele Systeme – kommunale Stadt- und Inselhäfen auf der einen Seite, private Marinas auf der anderen.
Zwischen diesen beiden Polen liegt praktisch das gesamte Land. Und weil beide Zahlen echte Liegeplätze beschreiben, ist die entscheidende Frage vor der Reise nicht „Wie teuer ist Griechenland?", sondern „Welche Art von Liegeplatz suche ich eigentlich?".
Preiswerter vs. teurer – Revier für Revier
Damit der Vergleich nicht bei zwei Extrembeispielen stehen bleibt, hier die Spanne für fünf Reviere, sortiert vom günstigsten zum teuersten Beispiel. Amtliche Tariflisten liegen in Griechenland vor allem für kommunale Stadthäfen vor – für die Kykladen und den Saronischen & Argolischen Golf ließ sich kein amtlich belegtes teureres Gegenstück finden, weshalb diese beiden Reviere hier bewusst fehlen (in der App sind sie natürlich trotzdem vollständig mit Schätzung/Richtwert gelistet).
| Revier | Preiswerter* | Teurer* | ||
|---|---|---|---|---|
| Dodekanes & Ostägäis | Agios Kirykos (Ikaria) |
7 € | Marina Pythagorio (Samos) |
45 € |
| Ionische Inseln & Westküste | Hafen Zakynthos-Stadt | 7 € | Marina Igoumenitsa | 48 € |
| Nordägäis, Chalkidiki & Sporaden | Skopelos Town Harbour | 7 € | Sani Marina (Kassandra) |
76–255 € |
| Peloponnes & Kreta | Monemvasia Harbour | 7 € | Marina Kalamata | 38–56 € |
| Athen & Attika | Alimos Marina (Kalamaki) |
52 € | Flisvos Marina | 144 € |
* Aktuelle amtliche Tarife (Aktueller Tarif) der jeweiligen Hafenbehörde oder Marina für ein Boot von ca. 12 m, Stand 09/2026 – bewusst nur Beispiele, die sich mit einer offiziellen Tarifliste belegen lassen. Die Gesamtspanne über alle 73 griechischen Häfen im MarinaCheck-Datensatz (inkl. Schätzung/Richtwert) ist deutlich größer, siehe App.
Drei Beispiele aus Griechenland
- Agios Kirykos (Ikaria) – 7 €/Nacht
- Hafen Zakynthos-Stadt – 7 €/Nacht
- Skopelos Town Harbour – 7 €/Nacht
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▶ Jetzt bei Google PlayDie Kykladen sind Griechenlands günstigstes Revier – mit einem großen Aber
Das überrascht, weil Mykonos und Santorin als teuer gelten. Beides stimmt: Der Median der Kykladen liegt bei rund 17 € und damit unter dem jedes anderen Reviers – aber er kommt durch einfache Stadthäfen wie Naxos, Paros oder Milos zustande, wo man an der Kaimauer liegt und Strom und Wasser separat oder gar nicht bekommt. Die wenigen Marinas mit Steg, Rezeption und vollem Service auf Mykonos und Santorin liegen spürbar darüber. Ein niedriger Median heißt hier also nicht „günstige Marina", sondern „viele einfache Häfen" – für die teureren Marinas der Inselgruppe liegt uns aktuell aber keine amtliche Tarifliste vor, weshalb wir hier bewusst auf einen konkreten Eurobetrag verzichten.
Warum die Preise so unterschiedlich sind
Der wichtigste Faktor ist die Art des Hafens. In den kommunalen Stadt- und Inselhäfen fällt oft nur eine geringe oder gar keine Liegegebühr an; Strom und Wasser werden separat abgerechnet, wo es sie überhaupt gibt. Private Marinas mit Schwimmstegen, Rezeption, Sicherheitsdienst und Werftanbindung liegen dagegen regelmäßig über 50 € für ein 12-Meter-Boot. Diese Zweiteilung ist in der Praxis gut dokumentiert und deckt sich mit dem, was unsere Daten zeigen.
Der zweite Faktor ist die Lage. Rund um Athen konzentriert sich die teure Infrastruktur: Alimos, Flisvos, Zea und Vouliagmeni liegen alle zwischen 60 € und 150 €, was den Median des Reviers auf 100 € hebt – fast das Dreifache jedes anderen Reviers im Land. Wer Athen als Ausgangspunkt braucht, aber nicht dort liegen muss, findet in Lavrion oder Rafina deutlich günstigere Alternativen.
Und drittens gilt hier wie überall die Hochsaison-Nachfrage. Autofreie Inseln mit wenigen Plätzen wie Hydra oder Symi ziehen im Juli und August so viele Boote an, dass die Kaigebühr spürbar über dem liegt, was ein vergleichbarer Hafen in der Nebensaison verlangt.
Nicht vergessen: die Bootsabgabe TEPAI
Anders als in Kroatien kommt in griechischen Gewässern eine eigene Abgabe hinzu, die in keiner Liegeplatz-Preisliste auftaucht: die Bootsabgabe TEPAI. Sie gilt für alle Boote ab 7 m Länge unabhängig von der Flagge, wird monatsweise berechnet und steigt mit der Bootslänge – auch ein einziger Tag im Monat löst den vollen Monatsbetrag aus. Die aktuellen Sätze und die Zahlung findest du beim griechischen Finanzamt AADE unter aade.gr. Wir nennen hier bewusst keine Eurobeträge, weil sich die Staffelung ändern kann und eine veraltete Zahl teurer wäre als gar keine.
Wie Griechenland im Vergleich dasteht
Setzt man die Mediane der großen Reviere nebeneinander, ergibt sich ein klares Bild: Griechenland liegt bei rund 35 € pro Nacht, Spanien bei 48 €, Frankreich bei 51 €, Italien bei 68 € und Kroatien bei 101 €. Für ein zweiwöchiges Törnbudget macht der Unterschied zwischen Griechenland und Kroatien schnell mehrere hundert Euro aus – Geld, das an anderer Stelle spürbarer ist als am Steg.
Wenn du wissen willst, wie sich das auf der anderen Seite der Adria darstellt: Wir haben die kroatischen Preise in einem eigenen Ratgeber zu den günstigsten Marinas in Kroatien genauso aufgeschlüsselt. Und wer die größte Preisspanne im gesamten Mittelmeer sehen will: Die schaffen nicht Griechenland oder Kroatien, sondern Frankreich, mit Liegeplätzen von 7 € bis 154 € pro Nacht.
🔍 Ehrlich gesagt
Die Beispielpreise oben stammen aus amtlichen Tariflisten der jeweiligen Hafenbehörde oder Marina, für ein Boot von ca. 12 m Länge – dein eigenes Boot kann günstiger oder teurer liegen, je nach Länge. Genau das rechnet die MarinaCheck-App für jede der über 400 hinterlegten Marinas individuell für dich aus, kostenlos und ohne Konto.
Ein Hinweis, der uns bei Griechenland besonders wichtig ist: Viele kleine Insel- und Stadthäfen veröffentlichen überhaupt keine Preisliste. Für einen Teil der Häfen im MarinaCheck-Datensatz stützen sich die Werte deshalb auf Erfahrungsberichte und Hafenführer statt auf offizielle Tarife – in der App als Schätzung oder Richtwert gekennzeichnet, statt als amtlich belegten Preis. In den Vergleichsbeispielen oben haben wir deshalb bewusst nur Häfen mit amtlicher Tarifliste verwendet.
Und noch ein Tipp aus der Praxis: Der Tagespreis vor Ort weicht manchmal vom angezeigten Richtpreis ab – einige Marinas geben bei längerem Aufenthalt, außerhalb der Stoßzeiten oder einfach auf Nachfrage Rabatt. Ein kurzer Anruf oder eine Mail direkt bei der Marina lohnt sich deshalb fast immer, bevor du dich festlegst.
Die Richtpreise und Ausstattungen auf dieser Seite basieren auf öffentlich verfügbaren Daten und können sich jederzeit ändern. Wir empfehlen daher in jedem Fall eine Rückfrage bei der jeweiligen Hafenmeisterei, da sich Preise und angebotene Leistungen kurzfristig durch äußere Faktoren ändern können. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben können wir daher keine Gewähr übernehmen.
Häufige Fragen
Die Fragen, die zu diesem Ratgeber am häufigsten gestellt werden.
Was kostet ein Liegeplatz in einer griechischen Marina pro Nacht?
Der mittlere Preis liegt bei rund 35 € pro Nacht für ein 12-m-Boot – amtlich belegt reicht die Spanne von 7 € an einfachen Stadthäfen bis 144 € in der Flisvos Marina bei Athen. Damit ist Griechenland das günstigste der großen Mittelmeer-Reviere im MarinaCheck-Datensatz.
Welche Region in Griechenland hat die günstigsten Marinas?
Die Kykladen haben mit rund 17 € den niedrigsten Median. Das liegt vor allem an einfachen Stadthäfen wie Naxos, Paros oder Milos ohne Steg und Service – die wenigen vollausgestatteten Marinas auf Mykonos und Santorin liegen deutlich darüber.
Ist Griechenland günstiger als Kroatien?
Ja, deutlich. Der mittlere Liegeplatzpreis liegt in Griechenland bei rund 35 € pro Nacht, in Kroatien bei rund 101 €. Zum Vergleich: Spanien 48 €, Frankreich 51 €, Italien 68 €.
Was ist die TEPAI und fällt sie zusätzlich zur Liegeplatzgebühr an?
Die TEPAI ist eine griechische Bootsabgabe für alle Boote ab 7 m Länge, unabhängig von der Flagge. Sie wird monatsweise berechnet, steigt mit der Bootslänge und taucht in keiner Marina-Preisliste auf – sie kommt also zusätzlich zur Liegeplatzgebühr hinzu. Aktuelle Sätze gibt es beim griechischen Finanzamt AADE.
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